„Danke für diese 20 Jahre der Herzensgüte und Großzügigkeit gegenüber unserer Schule. Ich fühle mich stolz, wenn ich die Fortschritte sehe, die unser Projekt gemacht hat, mehr noch, ich fühle mich privilegiert, hier und mit allen arbeiten zu dürfen, die mich in so vielen Momenten meines Lebens unterstützt haben.”
- Solanyi Vargas – ehemalige Schülerin und Informatiklehrerin “La Providencia”s

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Noch einmal Cali

Als ich am 9. September dieses Jahres am Flughafen von Cali ankam, konnte ich mein Glück kaum fassen. Ich war endlich wieder da, das erste Mal nach meinem einjährigen Freiwilligendienst.
Auf der einen Seite kam mir die Zeit in Deutschland, in der ich Kolumbien so sehr vermisst habe, ziemlich lang vor. Aber auf der anderen Seite war es, als ob ich nie  weg gewesen wäre. Alle haben mich so herzlich empfangen wie schon im vergangenen Jahr und ich habe mich wieder direkt zuhause gefühlt. Es war schön, meine Freunde und alle lieb gewonnenen Menschen wiederzusehen. Ich habe jeden Tag genossen, versucht, so viel wie möglich zu erleben und vor allem viel Zeit mit meinen Freunden zu verbringen – und das ist mir auch gelungen. Ich habe wunderschöne Wochen verbracht, die mir tolle Erinnerungen beschwert haben. Diese werden mich wohl bis zu meiner nächsten Reise nach Cali begleiten.

Neben all dem Schönen, das ich erleben durfte, gab es aber auch etwas, das mich nachdenklich gemacht hat. Wie viele von Ihnen bestimmt schon durch die Medien mitbekommen haben, flüchten schon seit einiger Zeit viele Menschen aus Venezuela nach Kolumbien. Sie hoffen dort auf ein besseres Leben und einen gesicherten Job. Doch das ist schwer, denn wie wir wissen, gibt es auch in Kolumbien unzählige Arbeitslose und Menschen, die trotz ihrer Arbeit in Armut leben. Das Problem verschärft sich nun natürlich und ist leider nicht so schnell und einfach zu lösen. So habe ich während meiner Reise an vielen Orten Venezolaner gesehen, die auf der Straße leben, oft zusammen mit kleinen Kindern und einfach nur auf Hilfe hoffen. Dort, oder auch in Bussen, verkauften sie typtische Spezialitäten aus ihrem Land und erzählten, dass sie für einige Zeit nach Kolumbien gekommen sind, um wenigstens ihre Kinder ernähren zu können, die sie in Venezuela lassen mussten. Wie schlecht muss es den Menschen dort wohl gehen, dass sie zum Überleben sogar ihre eigenen Kinder zurücklassen?! Diese Dinge sind für uns wohl sehr schwer zu begreifen und kaum nachvollziehbar, aber für diese Menschen ist es leider die Realität.

Ich habe auf meiner Reise somit wieder viele Gegensätze erlebt: Viele Momente des Glücks, der Freude und Herzlichkeit und auf der anderen Seite Momente der Hilflosigkeit und Traurigkeit. Eben das ist Kolumbien: ein Land voller Gegensätze und Unterschiede. Für mich als Außenstehende überwiegen zwar die positiven Seiten, die Kolumbien zu dem Land machen, das ich liebe und mittlerweile als einen großen Bestandteil meines Lebens bezeichnen kann. Doch leider weiß ich, dass dies für einige Menschen in diesem Land noch nicht so ist und sie noch immer auf der Suche nach einer Lösung sind, um der Armut, Gewalt und den Krisen des Landes zu entfliehen.

Lena
Weltwärts-Freiwillige 2017/18